Findet Google deine Seite überhaupt? Die Prüfung in zehn Minuten
„Ich finde mich selbst nicht, wenn ich meinen Firmennamen eingebe.“
Der Satz beschreibt zwei völlig verschiedene Zustände, die sich von außen gleich anfühlen. Und die Reihenfolge, in der man sie prüft, entscheidet, ob man einen Nachmittag oder ein halbes Jahr investiert.
Nicht gefunden zu werden hat zwei getrennte Ursachen: Entweder steht die Seite nicht im Index von Google, oder sie steht dort und rankt schlecht — der erste Fall lässt sich in Minuten prüfen.
Fang immer damit an.
Schritt 1: Steht die Seite überhaupt drin?
Gib in die Google-Suche ein: `site:deinedomain.de`
Das ist keine normale Suche, das ist eine Abfrage. Google zeigt dir, welche Seiten deiner Domain es kennt.
Kommt eine Liste mit deinen Unterseiten: Der Index ist in Ordnung, dein Thema heißt Ranking. Spring zum letzten Abschnitt.
Kommt gar nichts oder nur die Startseite: Du hast ein Indexproblem, und das ist die bessere Nachricht von beiden. Indexprobleme haben meistens genau eine Ursache, und die ist reparierbar.
Schritt 2: Die drei üblichen Ursachen
Erstens: „noindex“. Das ist eine Anweisung im Seitenkopf, die Suchmaschinen sagt, sie sollen die Seite weglassen. Sie steht dort fast immer aus einem guten Grund — nämlich weil die Seite mal eine Baustelle war. In WordPress gibt es dafür einen einzigen Haken unter „Lesen“: „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren.“ Wer ihn nach dem Relaunch nicht entfernt hat, ist unsichtbar und hat alles andere richtig gemacht.
Nachsehen kannst du ohne Werkzeug: Seite aufrufen, Quelltext anzeigen, nach `noindex` suchen.
Zweitens: die robots.txt. Ruf `deinedomain.de/robots.txt` auf. Steht dort `Disallow: /`, sperrst du alle Suchmaschinen komplett aus. Auch das ist meistens ein Rest aus der Entwicklungszeit.
Ein Hinweis, der oft fehlt: Die robots.txt verhindert das Crawlen, nicht zwingend das Erscheinen. Eine per robots.txt gesperrte Seite kann trotzdem in den Ergebnissen auftauchen — ohne Beschreibung, weil Google sie nicht lesen durfte. Wer eine Seite wirklich draußen haben will, nimmt `noindex` und lässt das Crawlen zu.
Drittens: keine Sitemap. Eine XML-Sitemap ist die Liste deiner Seiten für Suchmaschinen. Sie liegt bei den gängigen SEO-Plugins unter `deinedomain.de/sitemap_index.xml` oder `/sitemap.xml`. Kommt dort ein Fehler, gibt es keine — dann findet Google deine Unterseiten nur über interne Links, und die sind bei vielen Betriebsseiten dünn.
Schritt 3: Die Search Console einrichten
Das ist der Schritt, den die meisten aufschieben, und er ist der einzige, der dir Gewissheit statt Vermutung gibt.
Die Google Search Console ist kostenlos. Du meldest deine Domain an, bestätigst sie einmal — über einen DNS-Eintrag oder eine Datei — und siehst danach für jede einzelne Adresse, ob Google sie kennt, wann sie zuletzt geholt wurde und warum sie gegebenenfalls nicht im Index ist.
Die Antwort steht dort im Klartext. Kein Rätselraten, keine Agentur nötig.
Plan dafür zwanzig Minuten ein, einmal. Danach ist die Frage „bin ich drin“ keine Frage mehr.
Was oft dahintersteckt, wenn nur die Startseite auftaucht
Dieser Fall ist der häufigste, und er hat meistens nichts mit Technik zu tun.
Google nimmt Seiten auf, zu denen es Wege findet und die etwas Eigenes sagen. Eine Unterseite, die von nirgendwo verlinkt ist außer aus dem Menü, und die denselben Text trägt wie drei andere Unterseiten, wird häufig gecrawlt und nicht aufgenommen. In der Search Console heißt das dann „Gecrawlt — zurzeit nicht indexiert“, und das ist keine Fehlermeldung, sondern eine Entscheidung.
Der Ausweg ist unspektakulär: Aus fünf fast gleichen Leistungsseiten wird eine gute. Verlinke sie aus dem Fließtext, nicht nur aus dem Menü. Und schreib auf jede Seite etwas, das nur dort steht — eine Zahl, ein Ablauf, ein Ort.
Ein zweiter Fall, der oft übersehen wird: Die Seite wird angezeigt, aber unter einer anderen Adresse als erwartet. Mit und ohne `www`, mit und ohne `https`, mit und ohne Schrägstrich am Ende — das sind für eine Suchmaschine verschiedene Adressen. Wenn mehrere davon erreichbar sind und keine auf die andere weiterleitet, verteilt sich, was eine Adresse tragen sollte, auf vier.
Schritt 4: Wenn alles drin ist
Dann heißt dein Thema nicht Index, sondern Wettbewerb. Und das ist ein anderer Aufwand.
Es beginnt damit, dass du nach dem suchst, wonach deine Kunden suchen — Leistung plus Ort, nicht dein Firmenname. Warum das der Unterschied ist und was danach kommt, steht in unserem Beitrag darüber, warum du bei Google weit hinten liegst und in unserem Beitrag über lokales SEO.
Wie Betriebe eines handwerklichen Fachs das gelöst haben, siehst du bei den Tischlern.
Fazit: Erst drin sein, dann vorn stehen
Zehn Minuten, drei Abfragen, eine Anmeldung. Danach weißt du, ob deine Seite ein technisches Problem hat oder ein Wettbewerbsproblem.
Das ist ein großer Unterschied. Das eine ist ein Haken, den jemand vergessen hat. Das andere ist Arbeit über Monate — und wer sie beginnt, ohne den Haken geprüft zu haben, arbeitet gegen eine geschlossene Tür.
Unsichtbar sein und schlecht ranken sieht gleich aus. Es ist nicht dasselbe.
Titelbild: MART PRODUCTION auf Pexels
Steht deine Seite da, wo sie stehen sollte?
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