97 Prozent aller llms.txt-Dateien fragt nie jemand ab

Ein Serverlog mit vier Zeilen: 21,7 Prozent der Zugriffe kommen von SEO-Werkzeugen, 1,1 Prozent von KI-Bots, die Inhalte für Antworten holen. Bei 97 Prozent der Dateien steht in der Zeile für KI-Bots eine Null.

„Brauchst du eigentlich so eine llms.txt?“ Die Frage kommt gerade oft. Meistens kommt sie zusammen mit einem Angebot.

Kurz, was das sein soll: eine Textdatei im Wurzelverzeichnis deiner Website, die KI-Systemen erklärt, welche Inhalte dort stehen und welche wichtig sind. Der Vorschlag ist aus dem Herbst 2024. Er klingt vernünftig. Eine Landkarte für Maschinen, freiwillig ausgelegt.

Nur holt sie kaum jemand ab.

Die Zahl, die niemand gern zitiert

Am 2. Juli 2026 wurde eine Auswertung von Serverlogs veröffentlicht, die nachgesehen hat, wer diese Dateien tatsächlich abruft. Bei 97 Prozent der untersuchten Dateien kam im Mai 2026 keine einzige Anfrage von einem KI-Bot an. Nicht wenige. Keine.

Die Bots, die Inhalte für KI-Antworten holen, machten 1,1 Prozent aller Zugriffe aus. SEO-Werkzeuge kamen auf 21,7 Prozent.

Die Datei wird also häufiger von Programmen abgerufen, die prüfen, ob sie da ist, als von den Systemen, für die sie gedacht war.

Bestätigt hat die Auswertung kein Anbieter. Widersprochen hat ihr auch keiner.

Warum wir trotzdem eine haben

Unter besserimweb.de/llms.txt liegt eine. Das ist kein Widerspruch, sondern die ehrlichere Version der Geschichte: Sie entsteht nebenbei. Unser SEO-Plugin schreibt sie, sie kostet keine Arbeitsstunde und keinen Euro.

Genau das ist der Unterschied, um den es geht. Eine Datei mitzunehmen, die nichts kostet, ist Vollständigkeit. Eine Datei zu bezahlen, weil jemand „KI- Optimierung“ darauf schreibt, ist etwas anderes.

Woran du den Unterschied erkennst

Frag nach der Wirkung, nicht nach der Leistung. „Was passiert, wenn wir das machen?“ Wer dir eine Datei verkauft, muss sagen können, wer sie abruft. Kann er das nicht, verkauft er ein Häkchen.

Das gilt nicht nur für diese Datei. Es gilt für jede Position auf einem Angebot, die eine Abkürzung verspricht: Schema-Markup als KI-Hebel, Meta-Keywords, eingekaufte Verzeichniseinträge. Die Frage ist immer dieselbe. Wer misst das, und woran?

Das ist dasselbe Muster wie bei den Warnzeichen, an denen du eine Agentur erkennst, die dir nicht guttut: Es wird eine Sache verkauft, kein Ergebnis.

Was in der KI-Suche wirklich zählt, ist unbequemer und billiger zugleich: Ob auf deiner Seite in klaren Sätzen steht, was du machst, für wen und wo. Wir haben aufgeschrieben, was sich dadurch am Finden verändert hat. Wer ein System sucht, das dabei technisch sauber arbeitet, findet unter den IT-Dienstleistern welche, die es können.

Fazit: Kauf keine Datei, kauf einen Satz

Die llms.txt ist nicht falsch. Sie ist nur nicht der Hebel, als der sie gerade verkauft wird. Wenn dein System sie nebenbei erzeugt: mitnehmen. Wenn jemand dafür eine Rechnung schreibt: nachfragen, was sie bewirken soll.

Das kann sich ändern. Kommen die Modelle irgendwann und lesen sie, ist die Datei über Nacht sinnvoll — und der Aufwand bleibt derselbe, nämlich keiner. Was sich nicht ändert, ist die Reihenfolge: erst die Sätze auf der Seite, dann die Datei daneben.

Eine Datei, die niemand abruft, ist keine Sichtbarkeit. Sie ist eine Datei.